Der EKD-Vorsitzende Bischof Wolfgang Huber über die “Bibel in gerechter Sprache”

Der EKD-Vorsitzende Bischof Wolfgang Huber über die “Bibel in gerechter Sprache”

Das ist keine Veröffentlichung der EKD, wir haben sie auch nicht für den kirchlichen Gebrauch autorisiert. Inzwischen zeigt die Diskussion über diesen Text: Er genügt den Anforderungen an eine Übersetzung nicht. Dass eine Übersetzung immer auch Interpretation enthält, wird hier umgedreht: Die Interpretation wird als Übersetzung ausgegeben. Das ist ein Verstoß gegen das reformatorische Schriftprinzip. Gerechtigkeit ist ein zentrales Thema der Bibel. Aber man kann doch nicht unter dem Gesichtspunkt der Gerechtigkeit einen Bibeltext so verdrehen, dass etwa dort, wo eindeutig zwölf Männer gemeint sind, „Apostelinnen und Apostel“ geschrieben wird und der Leser den Eindruck erhält, als hätte es in diesem Kreis auch Frauen gegeben.

© aus Der Tagesspiegel, 11.02.2007

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