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Kritik an “Bibel in gerechter Sprache” wächst

Geschrieben von Administrator am 10. April 2007 000000m 10:20 in der Kategorie Gegenstimmen

Für die Verwendung im Gottesdienst sei diese Übersetzung nicht geeignet, erklärt das Leitungsgremium der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Hannover (www.kath.net / idea) Scharfe Kritik an der „Bibel in gerechter Sprache“ übt das Leitungsgremium der EKD. Für die Verwendung im Gottesdienst sei diese Übersetzung generell nicht geeignet; maßgeblich bleibe die Lutherübersetzung, heißt es in einer Stellungnahme des Rates, der sich unter Vorsitz des Berliner Bischofs Wolfgang Huber auf seiner Sitzung am 30. und 31. März mit der umstrittenen Bibelübersetzung beschäftigte.

In ihr sind Erkenntnisse der feministischen Theologie, des christlich-jüdischen Dialogs und der Befreiungstheologie berücksichtigt. Unter anderem werden weibliche oder geschlechtsneutrale Bezeichnungen für Gott verwendet. Im Rat der EKD gab es bisher unterschiedliche Haltungen zu dieser Bibel. Während Huber sich kritisch geäußert hatte, befürwortete die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann diese Bibelübersetzung.

In seiner Stellungnahme betont der Rat, dass er seine Kritik nicht als Absage an Bemühungen verstanden wissen will, etwa die Bedeutung von Frauen in den biblischen Texten stärker sichtbar zu machen. Entscheidendes Qualitätskriterium jeder Bibelübersetzung sei aber „die Treue zum Ausgangstext“. Da meldet der Rat im Blick auf die „Bibel in gerechter Sprache“ schwere Bedenken an.

Konzept der „gerechten Sprache“ unklar

So begründeten die Übersetzerinnen und Übersetzer ihr Vorgehen mit dem Hinweis darauf, dass jede Übersetzung auch Interpretation sei. Das aber rechtfertige nicht, so der Rat, dass in die Übersetzung etwas hineingetragen werde, was den eigenen Vorstellungen wünschenswert erscheine. Vielmehr sollten Interpretationen zur Klärung des Sinnes einer Bibelstelle dienen. Auch sei das Konzept einer „gerechten Sprache“ unklar.

Es werde nicht deutlich, warum es gerade mit den drei Kriterien der „geschlechtergerechten Sprache“, der „Gerechtigkeit im Blick auf den christlich-jüdischen Dialog“ und der „sozialen Gerechtigkeit“ gelingen solle, dem biblischen Grundthema Gerechtigkeit besonders zu entsprechen. Diese Gesichtspunkte bekämen eher den Charakter vorgefasster Meinungen, so der Rat.

Texttreue ist entscheidend

Außerdem sei die Bibel nach reformatorischem Verständnis kritisches Gegenüber und Korrektiv allen kirchlichen Handelns. Diese Funktion könne die Bibel nur erfüllen, wenn ihr Inhalt und ihre Aussageabsicht durch eine Übersetzung sachgemäß und unverfälscht zur Sprache gebracht werden. Die Texttreue sei auch Voraussetzung dafür, dass die Gemeindemitglieder in Auslegungsfragen der Bibel urteilsfähig sein können. Eine Bibelübersetzung dürfe nicht selbst an die Stelle einer Auslegung treten, so der Rat.
© [2] Katholische Nachrichten, 03.04.07




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